In dem Wiesenpark, der gleich gegenüber dem Erholungspark Marzahn (berühmt für seine Gärten der Welt) liegt, wenn das Wetter gut ist, lassen zahlreiche Besucher, die meisten davon sind Anwohner, ihre selbst gebastelte und  gekaufte Drachen steigen. Viele gehen dabei mit maximaler Gründlichkeit an die Sache ran, sie bringen gleich mehrere Drachen mit, lassen sie nach einander hoch in die Luft steigen, dann falten ihre Campingstühle aus und beobachten mehrere Stunden lang, wie ihre bunte Kreaturen über den Wind herrschen. Die Drachen haben verschiedene Größen und Formen, manche sehen wie richtige Flugzeuge aus, die anderen wie Gleit- und Fallschirme. 

Es ist interessant zu beobachten, die zahlreichen Techniken, die verwendet  um einen Drachen in die Luft zu kriegen. Anfänger (meistens sind es die Kinder)  versuchen es mit Rennen, fast immer vergeblich, sobald man zum stehen kommt, fällt auch der Drache zum Boden. Schon etwas Erfahrene ziehen energisch an der Schnur und versuchen das Wind zu fangen, nach einigen mühevollen Minuten klappt es.. oder auch nicht. Die Profis gehen dabei ganz gelassen ran, ein paar Handbewegungen und der Drache  ist hoch in dem Himmel. Ganz besonders hat sich der Drachen mit der Berliner Landesflagge gezeigt, der schien von seinem Herrchen ohne Aufsicht gelassen, bloß an einem Pfosten angebunden. Er musste alleine mit dem Wind kämpfen, in einer nicht allzu großer Höhe, und oft wenn seine Kraft nachließ, fiel er zum Boden, aber mit dem nächsten kräftigen Windstoß ging er wieder munter in die Luft, ohne jeglicher menschlicher Hilfe. 

 

Mit diesem Bild fange ich das Projekt „Vier Jahreszeiten“. Ziel ist es für jede Jahreszeit ein (hoffentlich) schönes Foto zu machen, das die abgebildete Jahreszeit zum Ausdruck bringt. Die Idee für das Projekt ist nicht neu, zum Beispiel auf lens-flare.de läuft ein solches schon seit längerer Zeit. Letztens habe ich schon mal auch einen Versuch gestartet, ein Jahr durch einen Blick aus dem Fenster auf dem Foto festzuhalten, und am Ende eine Art Kurzfilm dazu zu erstellten, der Plan war mindestens ein Foto pro Woche zu machen. Das hat sich aber für mich technisch zu Anspruchsvoll und auf Dauer auch als langweilig erwiesen, also habe ich das Projekt abgebrochen. Mit dem neuen, aktuellen Projekt, hoffe ich mehr Durchhaltevermögen zu bringen und am Ende einige gute Bilder zu schiessen.