Vor knapp einem Monat habe ich einen neuen E-Book-Reader gekauft, den Sony PRS T1.

Das ist nicht mein erster Reader, schon 2003 habe ich den Umstieg in die Welt der elektronischen Bücher mit dem Rocket E-Book von Nuvo Media gewagt. Das war das erste kommerziell vertriebene elektronisches Lesegerät. „Die Rakete“ hatte ihre Vor- und Nachteile gegenüber den gedruckten Büchern, im ganzen war ich zufrieden damit, aber irgendwann wurde es von der Zeit überholt und das neue Gerät musste her.

Nach langer Suche viel meine Wahl auf den neuen Reader von Sony, das entscheidende Kriterium war die Handschrift-Funktion.

Bestellt habe ich direkt in dem Sony Store, zum offiziellen Preis von 149,-€. Die anderen Shops hatten es entweder nicht sofort lieferbar oder berechneten die Versandkosten extra.
Die Bestellung verlief schnell und problemlos: Gerät in den Warenkorb hinzugefügt, die Zahlung-Methode ausgewählt, Lieferadresse eingegeben und mit Bestätigung den Bestellvorgang abgeschlossen. Nach zwei Werktagen war das Gerät auch da.

In der Packung ist neben dem Gerät selbst nicht viel drin: ein Micro-USB-Kabel, ein Stift für den Touchscreen und eine Stapel Kurzanleitungen in diversen Sprachen. Der Rocket E-Book hatte da schon mehr geboten: neben dem Stift eine richtige Docking-Station, eine Ledertasche und ein Mikrofasertuch für den Bildschirm. Zusätzlich gab es eine CD mit Software für die Verbindung zum PC, das hat Sony aber besser gelöst: die Installationsdateien sind bereits im Speicher des Readers abgelegt, sind aber eigentlich gar nicht nötig, die Bücher können direkt per Copy’n’Paste übertragen werden.

Sony verkauft den Zubehör für PRS-T1 extra und möchte dabei für eine Lederhülle 35 Euro haben, was mehr als ein Fünftel des Gerätepreises ausmacht. Die Hülle ist ein Muss, warum das so ist, werde ich später erklären.

Der Gerät kommt startklar an, der Akku ist mit mehr als 2/3 seiner Kapazität geladen, es kann sofort los legen, dafür ist keine Treiber- oder Softwareinstallation ist nötig.

Auf dem Gerät ist die komplette Bedienungsanleitung und zwei weitere Bücher gespeichert.

Nach dem ersten Hochfahren des Geräts gelangt man in das Hauptmenü. Zwei wichtigste Menü-Punkte fallen sofort auf: das zuletzt gelesene Buch und die drei neu hinzugefügte Bücher.

Wählt man ein Buch wird es flott geöffnet. Geblättert wird entweder über die Tasten oder durch den Fingerwisch auf dem Bildschirm.

Möchte man in den Reader Store aufrufen, soll zunächst der WLAN-Zugang konfiguriert werden und selbst dann erfährt man nur, dass der Store erst im Frühling 2012 eröffnet wird. Zum Surfen im Internet ist der eingebaute Browser wenig geeignet, denn die meisten Webseiten sind auf Farbbildschirme abgestimmt.

Das wichtigste Merkmal eines E-Books ist die Ergonomie: wie bequem liest sich das Digitalbuch?.

Mit 110 mm Breite und 173 mm Höhe ist der Sony PRS-T1 fast genau so groß wie ein Taschenbuch und mit der Tiefe von 8,5mm und dem Gewicht von 168g ist es wesentlich kompakter und mobiler: es passt locker in die Jackentasche. Die geringe Tiefe hat auch Nachteile – ohne Hülle lässt sich der Reader nur unbequem halten. Der alte „Rocket E-Book“ liegt da schon besser in der Hand, obwohl fast drei viertel Kilo wiegt. Ein zusätzlicher Cover ist unvermeidlich, um der T1 auf die Dicke eines Taschenbuchs zu bringen.

Der Display des Readers ist nicht so weiß wie echtes bleich Papier, d.h. es reflektiert weniger Licht und hat einen kleineren Kontrast. Bei schlechten Lichtverhältnissen wünsche ich mir die Hintergrundbeleuchtung, wie in den alten „Rocket E-Book“. Beim dem direkten Sonnenlicht liest sich von dem E-Ink-Display besser, als von dem LCD.

Die Ausrichtung des Textes auf dem PRS-T1 ist in zwei Formate einstellbar: Hoch oder Breit, die Richtung kann man nicht frei auswählen, die Tasten sind entweder unten oder links positioniert.

Möchte man eine Notiz erstellen, kann man diese über den virtuellen Keyboard eintippen, der recht flott auf Eingaben reagiert und die Vorschläge zur Ergänzung der Worte macht oder direkt eine Handschrift bzw. Zeichnung erstellen. Bei der Handschrift reagiert der Bildschirm dank der IR Sensoren sehr präzise, aber träge. Das Schreibgefühl wird durch zu glatte Oberfläche zu einem Eiskunstlauf, es bedarf etwas Übung um erkennbaren Text zu schreiben.

Arbeitet man ernsthaft mit einem Buch ist die Notizfunktion für die Zusammenfassungen unentbehrlich. Und das Werkzeug zum Schreiben ist dabei sehr wichtig. Und da kommt folgende Frage hoch: haben die Ingenieure von E-Books (nicht nur von Sony, auch von „der Rakete“) je einen Stift in der Hand gehalten? Für gewöhnlich hat ein Kugelschreiber zwischen 7 und 12 Millimeter Durchmesser und liegt angenehm in der Hand. Das kleine schwarze Stäbchen von Sony ist mit ihren 5mm dagegen ein Strafe für die Hand, es lässt sich nicht fest genug halten und reagiert unvorhersehbar auf jede Bewegung. Ein ausgetrockneter Filzstift ist für mich ein besserer Ersatz. Schade, dass Sony da nicht mit gedacht hat.

Die Suchfunktion entfaltet den Vorteil der E-Books und lässt dagegen das herkömmliche Buch blass aussehen. Dazu kommen die praktischen Lesezeichen, die nicht raus fallen und verloren gehen werden können.

Mit dem eingebauten Wörterbuch dauert das Nachschlagen der neuer Wörtern beim Lesen in Fremdsprachen nur wenige Sekunden. Apropos Nachschlagen: dutzende Fachbücher sind immer dabei – ein Himmel für Informatiker, anstatt durch die belanglose Treffer der Suchmaschinen zu durchkämpfen, schaut man schnell in den passenden Kapitel rein.

Der kleine Akku hält über ein Monat, bevor er wieder aufgeladen werden muss, auf einen externen Ladegerät kann man verzichten, über die USB-Schnittstelle funktioniert es genau so wunderbar.

Fazit:

Der Sony PRS T1 hat mich voll überzeugt. Über die wenigen Nachteile kann ich drüber sehen, so gut werden diese von den Vorteilen wieder ausgeglichen. Ich bin mir sicher, dass ich einige Jahre damit meine Freude haben werde und empfehle den Reader für alle, die einen besonderen Wert auf die Handschrift-Funktion legen.

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